digitale Malerei, 2024

 

Auf dem Weg zu den modernen Amphibien — Salamandern und Fröschen beispielsweise — wurden die temnospondylen Lurche ziemlich klein. Ganze besonders dieser noch recht neue Fund aus Rheinland-Pfalz, für den die Forscher eine Weile eine eigenständige Gattung in Erwägung zogen. Tatsächlich lässt sich der Zwerg als neue Art in eine bereits bekannte Gattung einordnen: Melanerpeton kuselense wurde nur etwa 6 cm lang. Damit spielt er in der Größenklasse der Süßwasser-Medusen, also in der Nahrungskette knapp über dem Plankton und kleinen Röhrenwürmern.

Die verwandtschaftliche Einordnung ist insofern  interessant, als dass es keine nähere Beziehung zu anderen bekannten Branchiosauriden des Saar-Nahe-Backens gibt. Die Fauna wasserlebender Vierbeiner zeigt zwar viele Eigenheiten dieses Gebiets, hat aber mit Melanerpeton kuselense einen weiteren Beleg für eine Einwanderung.

Auf jeden Fall ein nettes, nicht zu dramatisches Bild. Der große Fisch im Hintergrund wäre sicher ein möglicher Fressfeind für kleine Amphibien. In erster Linie dient das Bildelement aber einem Hauch von Urzeitlichkeit. Denn ansonsten könnte dieser See aus dem Karbon oder Perm (Datierung im Grenzbereich) in vielen Erdzeitaltern so aussehen.

 

Schoch, R.S., Werneburg, R. & Voigt, S. (2026): A new diminutive temnospondyl from the Carboniferous-Permian boundary of Germany. Journal of Paleontology, 100 (2): 257-267. https://doi.org/10.1017/jpa.2026.10246

TITEL-ILLUSTRATION für Journal of Paleontology, 100 (2)

 

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