Auf den ersten Blick haben Armfüßer einen einheitlichen Bau: innen ein gewundener Filterapparat, oben die Armklappe – also nicht rechts und links wie bei Muscheln – und unten die Stielklappe, dazu natürlich der Stiel als muskulöse Verankerung auf harten Oberflächen. Die meisten heutigen rhynchonelliformen Armfüßer zeigen diesen Haftstiel. Vergleicht man die Ausnahmen mit außergewöhnlich erhaltenen Fossilien, wird eine größere Bandbreite sichtbar. Manche klammern sich an Gegenstände, als wollten sie byssustragende Muscheln nachahmen (Stringocephalus). Andere schickten offenbar Haftfortsätze durch Poren in ihren Schalen (Uncites). Dünne Stiele, die als Halteleine wirkten, sind durch Weichteilerhaltung belegt, während die gebogene Schale des schwebenden Armfüßers das Wasser ins Innere lenkte (Hysterolithes). Lange Stacheln ermöglichten es, ohne Stiel Weichböden zu besiedeln (Horridonia). Ein deutliches Stielloch stellt daher den ursprünglichen Zustand dar (Rhynchonella, gerippt; Coenothyris, glatt). Wo weder Stiel noch Stacheln vorhanden sind, liegt die Schale flach, während die Krause vor einströmenden Sandkörnern schützen soll (Leptaena).



