Flechten sind in erster Linie Pilze, die lediglich die lichenisierte Form zeigen. Daneben kann es eine nicht lichenisierte Form derselben Art geben, mitunter von recht unterschiedlichem Aussehen. Die Symbionten sind Cyanobakterien oder eukaryotische Algen.
In dem hier dargestellten Fall wird die Geschichte etwas komplizierter. Ein Team von Biologen fand in der Atacama einen merkwürdigen Zustand der Flechte „Caloplaca santessoniana“. Der normale Photobiont ist eine Grünalge der Gattung Trebouxia. Wo Austrocknung zu starke Risse verursacht, kann mineralischer Staub die Lücken füllen, was der Flechte nicht gefährlich würde. Enthält der Staub jedoch Sporen (violett) des flechtenbewohnenden Pilzes Didymocyrtis (rosa), sterben die Photobionten ab. Diese nun braunen Bereiche sind keine intakte Flechte mehr, sondern ein pilzbefallener Pilz. Die Flächenzunahme wirkt als Rückkopplung, sodass weitere Sporen gedeihen.



