Chirotherium, die „Handbestie“, ist ein Klassiker der Spurenfossilforschung. Auf Grundlage des 1833 in Thüringen gefundenen Holotypus sollte ein Modell entstehen. Das Tier hinter den Fährten gilt heute weder als Affe noch als Rieseamphibie oder Beuteltier, sondern als Archosaurier aus der Krokodillinie. Es ist eine plausible Vermutung, an einen sogenannten Poposaurier zu denken. (Da die Frage sich aufdrängt, gerade für deutschsprachige Leserinnen und Leser: Der Name geht auf den indianisch benannten Fundort zurück, an dem Poposaurus entdeckt wurde.) Das Teilskelett eines poposauroiden Archosauriers wurde 1871 in Niedersachsen gefunden. Warum also nicht diesen Ctenosauriscus mit seinem eindrucksvollen Rückensegel Gestalt annehmen lassen? Schädel und Beine wurden von Verwandten übernommen. Das Ergebnis sieht mehr nach Dinosaurier aus als nach Krokodil: Die Vorderbeine der Chirotherium-Erzeuger sind nicht lang genug, um mit der Schrittlänge der Hinterbeine mitzuhalten. Die kleinen Hände dienten also dazu, die Füße zu stützen und ein Umkippen zu verhindern – gefolgt von einem kurzen Moment des Zweibeinergangs, der sich am Ende doch nicht ganz einstellen wollte.



