Gemischte Techniken, Artwork von Freddi Spindler

Weitere Skizzen und Fassungen · Fayolia als Eikapseln der Xenacanthiformes

Das ausrichtende Museum: Chemnitz / Paläontologische Gesellschaft

Ein Meilenstein meiner Arbeit als Illustrator und damit für PALAEONAVIX reicht bis in meine Studienzeit zurück. Dr. Jan Fischer arbeitete über paläozoische Knorpelfische, ihre Wanderbewegungen und Kinderstuben — und damit über eine Menge spiralig gedrehter Eier von Stammgruppenhaien. Unser Lehrer, Professor Jörg W. Schneider, hatte damals eine Reihe von Wirbeltier- und anderen Themen in die Arbeitsgruppe eingebracht, alles halb autodidaktisch, aber er war der leitende Mentor: teilte Entdeckungen, hinterfragte alles, gab Impulse und war stets bereit, mit Illustrationen beizutragen. Und einige Jahre lang war Dr. Sebastian Voigt in Freiberg und betrieb mehr als nur Ichnologie. Seine Studien in Madygen, Kirgistan, führten erneut zu den Haieiern — ziemlich verdammt kleinen, aus der Trias.

Als ich alte Skizzen und Projektnotizen durchsah, blieb selbst nach dem Aussortieren von viel Unsinn ein größerer Stapel Skizzen und Vorzeichnungen übrig als von irgendeinem anderen Projekt. Es gab Zeiten, da konnte ich keine Eikapseln mehr sehen. Da steckt eine Menge Konstruktion dahinter.

Die meisten stammen von xenacanthiden oder hybodontiden Haien — beides keine Haie im engeren Sinne, sondern Knorpelfische, die der Kronengruppe der modernen Haie und Rochen evolutionär vorausgingen. Insofern lässt sich nicht jedes Merkmal der heutigen Verwandten voraussetzen. Dennoch findet sich dieser schraubenförmige Eityp noch bei einigen modernen Arten. Und das Prinzip einer Proteinhülle um den Embryo ist bei allen heutigen Knorpelfischen ohnehin dasselbe — also bei knapp weniger als der Hälfte von ihnen, die nicht ohnehin lebende Junge zur Welt bringen.

Beim Autobahnbau nahe Chemnitz in Sachsen wurden sehr alte Eikapseln aus dem Karbon entdeckt, etwa 330 Millionen Jahre alt. Der Fayolia-Typ gehört zu xenacanthiden Haien. Diese stachetragenden Knorpelfische waren damals ebenfalls fast überall in Flüssen und Seen verbreitet. Ein besonders schönes Exemplar mit selten erhaltenen Merkmalen wurde von der Paläontologischen Gesellschaft zum „Fossil des Jahres 2025″ gewählt. Es wird ab dem Abend des 14. März im Museum für Naturkunde Chemnitz zu sehen sein. Seine Untersuchung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Es ist also ein wenig wie die Rückkehr zu einem alten Thema. Mit dem Museum in Chemnitz verbindet mich ohnehin viel. Der Direktor Prof. Ronny Rößler, ein führender Paläobotaniker, und sein Stellvertreter Dr. Ilja Kogan haben mich ebenfalls zu manchem Bild ermutigt. Ich sage danke und freue mich, unter Freunden zu sein.

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